|
Der Finsterwalder Gymnasiast Stephan Genilke ist begeisterter Segelflieger. Seit dieser Woche ist er als einer von nur zehn Deutschen und als einziger Teilnehmer aus den neuen Bundesländern beim Treffen der International Air CadetExchange in Belgien dabei.
Stephan Genilke hat es als Kind immer zu den Flugplätzen gezogen. »Da müsstest du mal drinsitzen und mitfliegen können«, wünschte er sich oft, wenn er Flugzeuge starten sah. Inzwischen steuert der 18-Jährige längst selbst ein Flugzeug, gleitet durch die Lüfte und genießt das Gefühl von Freiheit. Vor fünf Jahren fand der heutige Gymnasiast am Finsterwalder Sängerstadt-Gymnasium den Kontakt zum Flugsportverein »Otto Lilienthal«, wo er 2006 die Ausbildung zum Segelflieger mit Bravour begann. Bereits im Herbst hatte er seinen ersten Alleinflug. Nach bisher 340 Starts war er inzwischen insgesamt 160 Stunden in der Luft. »Es gibt zwischen Berlin, Leipzig und Dresden kaum Flugeinschränkungen«, freut sich Stephan - »sogar nach Polen kann man inzwischen ungehindert fliegen«. Mit etwa 80 Sachen Durchschnittsgeschwindigkeit gleitet er geräuschlos über die Landschaft. Brenzlige Situationen habe er bisher noch nicht erlebt. Kürzlich bekam Stephan Genilke eine überraschende Einladung. Die International Air Cadet Exchange (IACE), eine internationale Organisation, die es seit dem Zweiten Weltkrieg gibt und die seitdem Flieger vieler Länder friedlich zusammenführt, veranstaltet jährlich Treffen. »In diesem Jahr werden 462 Jugendliche aus 19 Ländern für zwei Wochen ausgetauscht, die in ihren Gastländern Sehenswürdigkeiten kennenlernen, aber auch fliegen können«, hatte Stephan erfahren - und sich für dieses Treffen beworben. Groß war die Überraschung, als mit dem Schreiben die Zusage kam, dass er einer von nur zehn Deutschen ist, die am Treffen teilnehmen dürfen - und der einzige aus dem Osten. Seit dieser Woche weilt Stephan Genilke bis Anfang August in Belgien, lernt hier die Hauptstadt Brüssel kennen, besucht die belgische Luftwaffe, wohnt in einer Militärbasis - und darf selbst im fremden Land segelfliegen. Für den künftigen 13-Klässler wird der Belgien-Besuch weiteren Auftrieb geben - auf dem Weg zu seinem Berufswunsch. Stephan will Pilot werden - hat aber keine Illusionen. »Von 100 Bewerbern werden vier genommen«, hat er sich schon informiert. »Wenn es mit dem Fliegen nicht klappen sollte, gehe ich zur Flugsicherung oder studiere Luft- und Raumfahrttechnik", schmiedet er Alternativpläne. In der Hoffnung, dass es doch mit dem Fliegen klappt.
Von Dieter Babbe
|